Rückblick
Doch, 2009 war einiges los:
Der Jahresanfang war weniger rosig: Familiäres war mehr oder weniger unerwartet aus den Fugen geraten - nein, bei mir und dem Hasen passt alles. Job war zu diesem Zeitpunkt auch keiner in Aussicht und ich durft die Institution AMS näher kennenlernen, als mir lieb war. Dazu gesellte sich dann noch eine recht anstrengende Wohnungssuche, die nach dem Auffinden einer ebensolchen eine Verschiebung des Umzugstermins für uns noch bereit hielt. Im März hatten wir endlich alle geschafft und die Mühe wurde mit der besten Nachbarschaftskommune der Welt belohnt.
Im April fand das erste Highlight des Jahres statt: Visiting London. Grandios & wundervoll. Der Mai war unspektakulär , der Juni nicht so toll, dank vergeigter Prüfung mit viel administrativem Aufwand als Folge. Wenigstens bei der Diplomarbeit ein Stück weiter.
Im Juli wurde der Hase 30. Seitdem wird er zärtlich Silberrücken genannt. Nach der Geburtstagsfeier im tiefsten Waldviertel, gings ab in den Süden - Ligurien Ost inkl. ein bisserl Frankreich & Monaco. Schen woars. Im August viel Fischen, sogar erfolgreich um Preise. Im September begann die Marmeladen-Einkochsaison, die heuer fast nicht mehr enden wollte. Aja, noch nie im Leben so viel gegrillt wie heuer - mit Nachbarn im Hof, mit Eltern zu Hause, mit dem Hasen am Teich.
Der Herbst macht heuer alles neu. Seit November wird wieder gearbeitet. Dazwischen zog noch Frau Hund ein und breitet sich seither konsequent mit viel Charme in unserem Leben aus. Das Jahresende wird gemütlich ausfallen. Mit lieben Menschen.
Die bereits bekannten Aussichten für 2010: Büroarbeit, Uniarbeit, 1 Nichte, 1 Nichte/Neffe, viiiiel Gassi gehen & Hundeschule, einmal grob planen, wo es hingehen soll. Und der Rest kommt so wie so.
Eigentlich...
... tät ich gerne die Füße hochlegen, weil der große Topf mit der Kürbissuppe wartet fertig am Herd. Aber als Komunen-Wohnmensch wäscht der Nachbar länger und der Trockner muss ein bisschen auf meine Füllung warten. Dabei muss ich mich ohnehin fragen, wohin mit dem ganzen Hundezeug? Allein der Trockenfuttersack ist gut dreimal so groß wie der Wuffi selber. Vielleicht hätte ich auch nicht Tonnen von Spielzeug besorgen sollen...Und Lernen steht auch noch am Plan, frau will ja iiiirgendwann doch einmal feritg werden...
A pro pos Lernen/Studieren und so (man beachte bitte die grandiose Überleitung): Nein, ich demonstriere nicht mit. Ich war vor ca. 8 Jahren auf der Straße, als die Studiengebühren kamen. Schon damals fand ich es peinlich, dass mehr gefeiert wurde, als demonstriert. So setzt man Anliegen nicht durch. Politisch gesehen stehe ich prinzipiell unaufgergt in der Mitte. Zugangsbeschränkungen finde ich grundlegend nicht falsch, denn ich kenne beide Seiten: Ein Massenstudium und ein Kleinstudium. Wenn man sich u.a. Hörsäle in Übungen (!) mit 400-600 Leuten teilt, dann sieht man die Sache ein bisserl differenzierter.
Dass die Bildungssituation in Österreich nicht rosig ist, erfahre ich jetzt seit 22 Jahren am eigenen Leib und werde es wohl noch ein Leben lang erfahren, wenn ich die Ausbildung zum Lehrer machen werde. Bildung sollte allen offen stehen, keine Frage. Allerdings, gerade durch meine eigenen Erfahrungen im und rund ums Studium, muss man schon vor dem Studium auf zwei Arten selektieren: Einmal sollte man mit sich selber in Klausur gehen und einmal muss es das System. Für ersteres muss die Informationslage verbessert werden: Was erwartet mich im Studium? Welche geistige und persönliche Fähigkeiten muss ich mitbringen? Wie sind die Berufsaussichten - abgesehen vom Verdienst, welche Möglichkeiten der Berufsausübung erwarten mich am wahrscheinlichsten? Bin ich für das Fach wirklich geeignet?
Ich finde diese Fragen nicht unrealistisch. Ich kenne genung Studenten, die gewisse Fächer aus Verlegengheit studiert haben. Oder weil die Eltern es so wollten. Ich habe auch lernen müssen, dass mein "Traumstudium" überhaupt nicht zu mir passt, weil der geforderte Arbeitsstil trotz Interesse am Fach nicht zu meiner Persönlichkeit passt. Das sind Erfahrung, die nicht unbedingt immer lustig waren, die ich aber nicht missen möchte, weil ich so andere Seiten der Studierei kennenlernen konnte.
Daher habe ich kein Problem damit, wenn in bestimmten Fächern, die überlaufen sind, eine Selektion durchgeführt wird. Die Selektion von Seiten der Unis, soll ja auch sichern, dass die Geeignetsten dann alle Mittel zur Verfügung haben. Ein mehrfaches Bewerben, um einen Studienplatz sollte möglich sein und die Selektionskritieren selber, sind jetzt ein anderes Thema, die auch am jeweiligen Studium hängen.
Ein Freund von Studiengebühren war ich nie und werde ich nie werden. Diese selektieren sozial und nicht aufgrund von Fähigkeiten. Ich habe sie lange gezahlt und zahle sie immer noch, obwohl für Studienanfänger die Gebühren mittlerweile wieder gefallen sind. Etwas besseres habe ich in der Zeit auch nicht serviert bekommen.
Alles in allem denke ich auch nicht, dass sich die basisdemokratischen Audimax-Besetzer herausnehmen können, für alle Studenten zu sprechen. Das zeigt die generell niedrige Wahlbeteiligung der Studenten bei den ÖH-Wahlen in den letzten Jahren bzw. muss man sich die Frage stellen, warum nie auf dem Weg von Wahlen/Parteigründungen ein Weg der Änderung eingesschlagen wurde. Weiters zeigt die Unfähigkeit der Annahme von Kritik in diversen unibrennt-Foren und facebook-Gruppen wie wenig nachhaltig und nur von persönlichen Studienbefindlichkeiten die Aktion getrieben wird. "Nur" ein paar Millionen Euro ausschütten, sind ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn ein ganzes System krankt.
Wer meint, sich jetzt verbal austoben zu müssen, bitte!
Das mit der Zeit
Zeit ist ja relativ. Heute einenhalb Stunden dumm auf der Studienabteilung herumzusitzen erschien relativ lang. Die geschätzten 30 bis 60 Sekunden, die der Ausdruck der benötigten Unterlagen gedauert hat, die man nicht geschafft hat mir zu zuschicken, waren vergleichsweise relativ kurz. Schätzungsweise 30% des Studiums verbringt man hierzulande ja mit Warten: Warten auf Unterlagen, Warten auf Kursplätze (mein persönlicher Rekord 2,5 Jahre für einen Platz in Mikroökonomie), Warten auf Anerkennungen, Warten auf Pürfungsplätze... Egal, ich hab den Schmarrn in der Hand, damit ich nächste Woche auf der anderen Uni mich wieder anstellen darf, um den Rest zu erledigen..
Zu Erfreulicherem: Das Warten auf einen Hund ist vorbei. Jahrelang überlegt und gegrübelt, aber jetzt ist es bald so weit: Olive´ (ohne e auszusprechen) kommt. Mittlerweile mit 6 Wochen schon gut zu Fuß und seeeehr neugierig. Olive´ scheint im Übrigen von Natur aus ein Massagehund zu sein. Sie übt fleißig an ihrem Brüderchen.

Jetzt reichts langsam
Österreichische Bürokratiemühlen mahlen bekanntlich ja seeeehr langsam, aber das im Birefkasten heute ist der Wahnsinn. Ich hab ja heuer brav meine Einkomemnsteuer gemacht - Depp, ich! Jedenfalls übersah ich, dass Vater Staat meine freie Dienstnehmertätigkeit und mein Angestellenverhältnis (die waren nicht gleichzeitig, sondern nacheinander) in einen Topf wirft und gemeinsam versteuert, auch wenn ich für einen Teil eh schon Lohnsteuer abgedrückt habe. Also Nachzahlung. Sehr viel Formularkram und Lauferei.
Meine Sozialversicherung habe ich aber brav über das ganze Jahr bezahlt - nach ASVG-Grundlage und war immer versichert. Heute bekomme ich einen Schrieb von der Gewerblichen Versicherungsanstalt wegen meiner Pflichtversicherung für 2008 (!). Tja, das verspricht wieder eine lustige Geschichte zu werden.
Lass Rocken! (Teil I)
Vor ein paar Wochen bei RTL gesehen: die alte Jeans in einen Rock verwandeln. Nachdem die alte Jeans nun echt hinüber war, habe ich den Versuch gewagt.
1. Hose anziehen und markieren wie lange der Rock werden soll. Die Saumlänge dabei nicht vergessen.
2. Mutig die Hosenbeine an der gewünschten Stelle abschneiden. Die Rest-Beine nicht wegwerfen, denn sie werden das "Füllmaterial" für den Rock.
3. Die Hosenbeine jetzt bis zum Schritt und den Schritt mitaufschneiden, sodass die ganze Geschichte schon mal rockartig ausschaut.
4. Die Rest-Beine einmal der Naht entlang aufschneiden, dass man ein großes Teil hat.
5. Die Rest-Beine jetzt in die Lücke/Keil des Rockes einsetzten. Das ist ein bisschen eine Fummelei, man muss ein wenig probieren, ev, Falten legen. Wenn alles passt mit Stecknadeln fixieren.
6. Die Restbeine jetzt annähen. Was an Stoff zu viel ist, knappkantig abschneiden. Wer so genau wie ich arbeitet, schaun, ob alles passt, sonst noch in der Länge angleichen.
7. Rock säumen
8. Wer mag, den Rock noch aufhübschen. Wie zum Beispiel mit den Matroschkas von farbenmix.




Geht natürlich alles noch besser, schöner und geauer, aber für den ersten Versuch gar nicht so übel.
Das schimpft sich Kochmagazin?
Gerade hab ich mich höchst geärgert, Ich koche gerne, sehr gerne. Ich hab volles Verständnis für Leute, die das nicht machen oder sich einfach nur von Fertigzeug ernähren. Convinience Produkte sind ja zwingend nichts Böses: Suppenwürfel sind super, weil jeden Tag ein Rind/Hühner/Gemüsesüppchen zu produzieren ist nun wirklich nicht Jedermanns Sache. Ich halte auch TK-Pizza für eine grandiose Erfindung. Und Aufpeppen geht immer.
Allerdings stößt es mir sauer auf, wenn ich ein Rezeptheft in die Hand bekomme (eines dieser Gratishefte in den Supermärkten), in dem nur mir Convenience Produkten gekocht wird. Die Salat-Suppe im Herbstmenü wird mit einer TK-Salat Mischung produziert, die Karotten-Suppe kocht man mit TK-Baby-Karotten (!), nur Kräuer-Fertigmischungen usw. usf. Da frage ich mich schon, wo die Auseinandersetzung mit dem Produkt selber bleibt? Gerade bei Obst und Gemüse ist das Saisonalle spannend: was ist wann reif? Wie entwickelt sich der Geschmack? Welche Sorten gibt es? Und ein paar Möhrchen für eine Suppe zu schälen überschreitet weder das handwerkliche noch das kulinarische Können von Menschen, die ein Kochmagazin lesen! Das selbe wie für Obst und Gemüse gilt für Kräuter: Fertigmischungen und TK sind nix schlechtes, aber a priori nur damit zu arbeiten und einen Anfänger vielleicht nie zu ermutigen sich einmal mit der Vielfalt der Geschmäcker und Möglichkeiten auseinanderzusetzten, dann ist das in meinen Augen ein Armutzeugnis. Dieses Heft wandert definitiv auf den Müll.
Genug empört. Ich geht jetzt kochen.